Posttraumatische Belastungsstörungen

Eine posttraumatische Belastungsstörung ist eine psychische Störung, bei der eine unfassbare Lebenssituation immer wieder erlebt wird dabei ungeheuer große Angst, Hilflosigkeit und Entsetzen hervorruft. Diese führt dazu, dass die mit dem Trauma in Verbindung stehenden Stimuli zunehmend gemieden werden.

Das belastende Ereignis umfasst schwere Verletzungen oder Todesgefahr für den Menschen selbst oder andere sowie den Tod anderer; während des Ereignisses verspürt der Betroffene immense Angst, Hilflosigkeit und Entsetzen.

Die Lebenszeitprävalenz (i.e. Häufigkeit der Personen, die in ihrem Leben einmal an einer bestimmten Erkrankung leiden) beträgt mindestens 1%, in Hochrisikogruppe wie Kriegsveteranen oder Opfern von Gewaltverbrechen wird eine Prävalenz von 3-59% beschrieben.

Symptomatik

Geschehen schreckliche Dinge, sind manche Menschen lange davon beeindruckt. Das traumatische Ereignis wird immer wieder durchlebt, meist in Form von Flashbacks (ein Flashback ist ein psychologisches Phänomen, das durch einen Schlüsselreiz aktiviert wird.

Der/die Betroffene hat dann ein plötzliches, für gewöhnlich starkes Wiedererleben eines vergangenen Erlebnisses oder eines früheren Gefühlszustandes) oder Alpträumen. Der Betroffene vermeidet dann fortdauernd die mit dem Trauma in Verbindung stehenden Reize und weist eine allgemeine Teilnahmslosigkeit auf. Diese dient dazu, die Symptome der aufkommenden Gefühle zu unterdrücken. Zusätzlich treten häufig die Symptome einer Depression auf. Manchmal kommt es erst zu einer verspäteten Entwicklung der Symptome; sie treten erst viele Monate oder sogar Jahre nach dem posttraumatischen Ereignis auf.

Tritt die posttraumatische Belastungsstörung mehr als drei Monate lang auf, so muss sie als chronische Erkrankung bezeichnet werden. Wird die chronische Krankheit nicht behandelt, schwächt sie sich oft wieder ab, verschwindet jedoch nicht vollständig. Manche Betroffenen bleiben schwer beeinträchtigt.

Therapie

Die Behandlung umfasst Verhaltenstherapie; Pharmakotherapie und Psychotherapie.

In der Verhaltenstherapie werden sichere Situationen bewusst aufgesucht, die der Betroffene meidet, weil sie ein Wiederaufleben des Traumas auslösen könnten. In der Fantasie setzt sich der Betroffene wiederholt mit dem traumatischen Ereignis auseinander, was die Belastung nach anfänglicher Verstärkung des Unbehagens mildert. Hilfreich kann auch sein, bestimmte Rituale zu verhindern, wie das Händewaschen nach einem sexuellen Übergriff, mit dem Zweck, sich sauber zu fühlen.

Antidepressiva und Angstlöser scheinen zwar einen gewissen Nutzen zu haben, sind gewöhnlich jedoch nicht so wirksam wie bei anderen Angsterkrankungen.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (wie Fluoxetin, Paroxetin, Fluvoxamin oder Sertralin) und MAO-Hemmer (stimmungsaufhellende Antidepressiva) scheinen am wirksamsten zu sein.

Gleichwohl müssen sie prüfen, in wie weit die Traumatische Erfahrung wirklich stattgefunden hat.

Gleichzeitig müssen Therapeuten den Betroffenen ermuntern, sich mit den Erinnerungen zu beschäftigen, während eine verhaltenstherapeutische Desensibilisierung stattfindet. Der Patient muss auch Techniken erlernen, mit denen er die Angst unter Kontrolle halten und die Erinnerungen in seine bisherige Persönlichkeitsstruktur integrieren kann.

Die mit dem Trautischen Ereignis verknüpfte Angst ist häufig so intensiv, dass eine unterstützende Psychotherapie eine wichtige Rolle spielt. Insbesondere müssen die Therapeuten sich aufrichtig, einfühlsam und mitfühlend in der Würdigung des seelischen Schmerzes des Patienten sein.

Es ist auch möglich, dass zu der für das Trauma spezifischen Angst noch das Gefühl der Schuld hinzukommt, weil die Patienten sich bedrohlich und zerstörerisch während eines Krieges verhalten haben oder eine lebensgefährliche Situation überlebt haben, während Mitglieder der Familie oder Nahestehende umkamen.

In solchen Fällen der so genannten "Überlebensschuld" können psychodynamische oder introspektionsorientierte Psychotherapieverfahren angezeigt sein, die den Patienten darin unterstützen, seine selbstkritische und bestrafende psychische Haltung zu verstehen und anzupassen.